So kann es nicht weitergehen – Teil 2

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Jamie und ich trafen uns mit meinem Freund und seiner Hündin beim Hundetrainer Markus. Nicht nur das heiße Wetter ließ uns die Schweißperlen auf der Stirn stehen, sondern auch der Grund unseres Besuches beim Hundetrainer. Unser Anliegen war es, Jamie und Ilka mit fremden Hunden an der Leine zu konfrontieren. Das führte nämlich regelmäßig zur Eskalation im Alltag – vor allem mit der Hündin meines Freundes. Jamie hatte diesbezüglich bereits einmal ein Programm bei Markus absolviert und hätte eigentlich wissen müssen, wie man sich benimmt, wenn man an der Leine anderen Hunden begegnet. Eine Zeit lang hatte das gut funktioniert, aber in letzter Zeit macht er oft genauso einen Zirkus bei Hundebegegnungen wie Ilka. Das hysterisches Gezeter von Jamie in solche Situationen wirkt nicht sehr einschüchternd. Bei Ilka sieht das Ganze wesentlich aggressiver aus. Auch wenn Unsicherheit die Ursache ihres Verhaltens ist, wirkt sie dabei alles andere als harmlos.

Leinenaggression

Markus ist nicht nur Trainer, sondern hat eine kleine Hundepension. Er hatte an diesem Tag ein paar Hunde da, die geeignet waren, ihn bei dem Training zu unterstützten. Auch die Lebensgefährtin von Markus war anwesend. Sie führte den ersten Hund an der Leine in den Garten, während Markus die Situation beobachtete. Beim Auftauchen des ersten Hundes begann Jamie sofort, noch vor Ilka, zu bellen. Er hörte aber unmittelbar auf meine Anweisung hin damit auf und beruhigte sich gleich wieder. Ilka stimmte etwas verzögert, dafür umso heftiger, in das Gebell ein. Sie wirkte extrem gestresst, wie immer in solchen Situation. Sie zehrte an der Leine und bellte wild und war von meinem Freund nicht zu beruhigen. Jetzt griff Markus ein: Er nahm Ilka an der Leine und zeigte ihr mit Körpersprache und Stimme, dass ihr Verhalten unerwünscht ist. Ilka war nicht gewohnt so bestimmt behandelt zu werden und schnappte nach seiner Hand. Markus lies sich davon nicht beeindrucken und machte ihr wiederholt klar, dass hier und jetzt keine Möglichkeit für dieses Benehmen gegeben ist. Erst als Ilka in Anwesenheit des anderen Hundes ruhig und entspannt war, und übergab er sie wieder meinem Freund.

Entspannte Hunde nach dem Training

Sechs, für uns fremde Hunde, duften bei dem Training mithelfen und wurden mit immer kleiner werdenden Abstand an unseren Hunden vorbei geführt. Jamie konnte sich offensichtlich wieder erinnern, dass wir dieses Spiel schon vor langer Zeit viele Male geübt hatten und machte auf „ich kann das schon“. Er bellte nicht nicht mehr, wirkte entspannt und beobachtete das Verhalten von Ilka und ihrem Herrchen. Mit jedem Hund wurde die Situation entspannter. Markus korrigierte dann nicht mehr das Verhalten von Ilka sondern von meinem Freund, der seiner Hündin mit jeder Wiederholung etwas von ihrer Unsicherheit nehmen konnte. Nach eineinhalb Stunden lag Ilka in Anwesenheit mehrere anderer Hunde entspannt auf der Wiese.

So entspannt hatte sie mein Freund in Anwesenheit fremder Hunde noch nie gesehen. Ilka war nicht nur entspannt, sondern auch sichtlich erschöpft. Aber nicht nur sie, auch wir waren geschlaucht. Und obwohl wir im Schatten gestanden hatten, waren wir schweißgebadet.

Deja vu

Für mich war es ein „deja vu“. Wieder einmal ist mir bewusst geworden, wie schnell sich unerwünschtes Verhalten des Hundes ändert, wenn sich das eigene Verhalten ändert. Und wie auch schon bei früheren Trainingseinheiten, konnte ich mir wieder etwas von dieser Bestimmtheit mitnehmen, die meinem Hund vermittelt, dass er sich bei mir sicher fühlen kann. Für nachhaltige Wirkung braucht es zwar wieder einmal eine Auffrischung bei Markus, aber bis dahin dankt es mir Jamie mit gutem Benehmen.

 

Einen schönen Tag!

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